Das Normalgewicht ist kein universelles „Idealgewicht“, das in Stein gemeißelt ist. In der Praxis handelt es sich vielmehr um einen Bereich eines gesunden Gewichts, der mit einem guten Energieniveau, regelmäßiger körperlicher Aktivität, einer ausgewogenen Ernährung und einem vertretbaren kardiometabolischen Risiko vereinbar ist.
Dieser Protéalpes-Rechner verfolgt einen wissenschaftlich fundierten Ansatz: Er verzichtet auf die „Zauberzahl“ und bietet eine aussagekräftigere Interpretation des Körpergewichts, wobei Körpergröße, Taillenumfang und die tatsächlichen Grenzen klassischer Formeln berücksichtigt werden.
Rechner für das Idealgewicht
[pa_tool slug= „Gewichts- und Körperform-Rechner“] [protealpes_cta id= „Whey-Made-in-France“]Warum man besser von „Formgewicht“ als von „Idealgewicht“ sprechen sollte
Viele Online-Rechner versprechen,das „Idealgewicht“mithilfe der Broca-, Lorentz - oder Creff -Formel zuberechnen.
Diese Methoden sind zwar von historischem Interesse, bleiben aber theoretische Anhaltspunkte. Sie geben keinen korrekten Überblick über die Körperzusammensetzung, unterscheiden nicht zwischen Muskel- und Fettmasse und sagen nichts über die Verteilung des Fettgewebes aus.
Aus medizinischer Sicht ist dieser Punkt jedoch von grundlegender Bedeutung: Zwei Personen mit gleichem Gewicht und gleicher Größe können sehr unterschiedliche Stoffwechselprofile aufweisen.
Aus diesem Grund zielt dieser Rechner nicht darauf ab, das „Idealgewicht“ auf das Kilogramm genau zu bestimmen, sondern eine glaubwürdigere Spanne für das Idealgewicht abzuschätzen.12

Die Grundlage des Instruments: Der BMI ist nützlich, aber unvollständig
Der erste Anhaltspunkt istder Body-Mass-Index:
BMI = Gewicht (kg) / Körpergröße² (m²).
Der BMI hat einen echten Vorteil: Er ist einfach, standardisiert, kostengünstig und eignet sich gut als Screening-Instrument sowohl auf individueller Ebene als auch im Bereich der öffentlichen Gesundheit. Allerdings misst er nicht direkt das Körperfett.
Das CDC (Center for Disease Control and Prevention) weist darauf hin, dass dieser Wert weder Fett noch Muskeln noch Knochen unterscheidet und daher im Zusammenhang mit anderen Faktoren wie Blutdruck, Laborwerten, Lebensstil oder Muskelmasse interpretiert werden muss.
Mit anderen Worten: Ein überdurchschnittlicher BMI bedeutet nicht automatisch, dass zu viel Fett vorhanden ist, insbesondere bei Sportlern oder Athleten; umgekehrt schließt ein „normaler“ BMI einen Überschuss an Bauchfett nicht aus.1
Zudem zeigen Daten von Spitzensportlern, dass der mit der Leistung verbundene BMI je nach Sportart stark variiert.

Der Taillenumfang ist genauso wichtig
Um diese Einschränkung auszugleichen, berücksichtigt das Tool, sofern möglich, den Taillenumfang und das Verhältnis von Taillenumfang zu Körpergröße.
Heutzutage wird dieser Wert zunehmend herangezogen, um das Bauchfett besser zu erfassen, das enger mit dem Risiko für Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden ist.
Das NICE empfiehlt übrigens,die zentrale Adipositas anhand dieses Verhältnisses einzustufen: In der Praxis ist ein Wert unter 0,5 ein guter, leicht zu merkender Richtwert.
Eine Studie von Ashwell und Gibson hat zudem gezeigt, dass dieser Schwellenwert von 0,5 das „frühe Risiko“ besser identifiziert als die herkömmliche Matrix, die sich ausschließlich auf den BMI und den Taillenumfang stützt. 2 3
Was das Ergebnis konkret bedeutet
Das Ergebnis des Tools sollte daher als Bereich des Gleichgewichtsgewichts verstanden werden, nicht als Aufforderung zum Abnehmen.
Wenn Ihr BMI im Normbereich liegt und Ihr Taillenumfang moderat bleibt, kann man von einem Bereich sprechen, der mit einem gesunden Gewicht vereinbar ist.
Wenn der BMI im Normbereich liegt, der Taillenumfang jedoch erhöht ist, ist Vorsicht geboten. Wenn Sie viel fettfreie Körpermasse haben oder regelmäßig Sport treiben, muss die Interpretation ebenfalls differenziert erfolgen.
Die NICE weist im Übrigen darauf hin, dass das Verhältnis von Taillenumfang zu Körpergröße selbst bei Erwachsenen mit hoher Muskelmasse nützlich sein kann, gerade weil es Aufschluss über die Fettverteilung gibt – mehr als das Gewicht allein.12

Das Idealgewicht eines Sportlers hängt auch von seiner Sportart ab
Bei einem Sportler muss zwischen dem gesundheitsfördernden Idealgewicht und dem leistungsfördernden Gewicht unterschieden werden.
Die bei Spitzensportlern erhobenen Daten zeigen, dass es kein für alle Sportarten einheitliches optimales Gewicht oder einen einheitlichen optimalen BMI gibt.
Die Körperbauformen der besten Sportler variieren stark je nach den Anforderungen der jeweiligen Sportart. Internationale Marathonläufer weisen beispielsweise ein relativ geringes Gewicht und einen relativ niedrigen BMI auf, während Sprinter, Basketballspieler oder Ruderer auf Spitzenniveau mit deutlich höherem Körpergewicht antreten. Auch im Profi-Radsport sind Bergfahrer in der Regel leichter als Sprintspezialisten.

Dieser Vergleich macht vor allem eines deutlich: Ein niedrigerer BMI ist nicht automatisch gleichbedeutend mit einer besseren Leistung.
Das Gewicht wirkt sich je nach den Anforderungen, die an den Sportler gestellt werden, vorteilhaft oder nachteilig aus: seinen Körper über mehrere Stunden hinweg zu bewegen, eine hohe absolute Kraft zu entwickeln, zu springen, zu beschleunigen oder Kontakten standzuhalten.
Selbst innerhalb einer Sportart kann sich das „richtige Gewicht“ ändern
Disziplin allein reicht übrigens nicht immer aus. Auch die Position, die der Sportler einnimmt, wirkt sich auf die körperlichen Belastungen aus.
Im Laufsport unterscheiden sich die Körperbauarten auf höchstem Niveau beim Marathon stark von denen beim 100-Meter-Lauf. Bei der Tour de France sind die Bergspezialisten in der Regel leichter als die Sprinter. Im Fußball sind die Torhüter in der Regel kräftiger gebaut als die Mittelfeldspieler; im Basketball sind die Center naturgemäß größer und schwerer als die Außenspieler.

Das erklärt, warum es wenig Sinn machen würde, einen einzigen idealen BMI für Sportler anzustreben. Das Gewicht, das für Spitzenleistungen geeignet ist, hängt von der Sportart, der Position, aber auch von den individuellen Eigenschaften des Sportlers ab.
Die Körperzusammensetzung ist wichtiger als das Gewicht allein
Schließlich können zwei Athleten mit demselben Gewicht je nach dem Verhältnis von Muskelmasse und Fettmasse sehr unterschiedliche Leistungen erbringen.
Studien, die an verschiedenen Profisportlern durchgeführt wurden, zeigen somit, dass eine höhere Magermasse mit einer besseren Kraftleistung in Verbindung gebracht werden kann, insbesondere beim Springen oder bei bestimmten explosiven Bewegungen. Umgekehrt kann ein höherer Körperfettanteil nachteilig sein, wenn das eigene Körpergewicht häufig verlagert werden muss.

Diese Zusammenhänge bedeuten nicht, dass ein Sportler seine Leistung automatisch verbessern würde, wenn er an Gewicht zunimmt oder abnimmt. Sie zeigen vielmehr, warum die Körperzusammensetzung, das Verhältnis von Kraft zu Gewicht und die Anforderungen der Sportart aussagekräftiger sind als die Zahl auf der Waage.
Der hier vorgestellte Rechner sollte daher lediglich als Anhaltspunkt für Gesundheit und Körperbau verstanden werden. Bei einem Sportler, der seine Leistung optimieren möchte, erfordert die Ermittlung des tatsächlichen Idealgewichts zudem die Beobachtung der Leistungsfähigkeit, der Regeneration, der Körperzusammensetzung und der Gewichtsentwicklung im Zeitverlauf.
Das Idealgewicht hängt auch vom Lebensstil ab
Das Formgewicht lässt sich nicht einfach auf eine Formel reduzieren. Es hängt auch ab von:
- des Energieverbrauchs,
- Schlaf,
- des Ausmaßes ankörperlicher Aktivität,
- der Ernährung,
- des Alters,
- Sex,
- Lebensgewohnheiten.
Die Empfehlungen der WHO erinnern daran, dass Erwachsene pro Woche mindestens 150 bis 300 Minuten moderate körperliche Aktivität oder 75 bis 150 Minuten intensive körperliche Aktivität anstreben sollten, ergänzt durch Krafttraining an mindestens zwei Tagen pro Woche.
Das ist kein Nebensatz: Wenn man sein „Zielgewicht erreichen“ will, ohne dabei die Muskelmasse zu erhalten oder eine nachhaltige Routine zu etablieren, führt dies oft zu nur vorübergehenden Ergebnissen. 4

Ein Tool ist keine Diagnose
Schließlich sei daran erinnert, dass ein Körpergewichtsrechner lediglich ein Orientierungshilfe ist und keine medizinische Empfehlung darstellt.
Es eignet sich für Erwachsene, die ihr Gewicht halten, ihre aktuelle Situation einschätzen oder eine Entwicklung verfolgen möchten. Bei Jugendlichen, während der Schwangerschaft, bei Krankheit oder bei bestimmten sehr atypischen Fällen ist es weniger geeignet.
Und wenn das Ziel eine Gewichtsabnahme ist, besteht der richtige Maßstab nicht unbedingt darin, ein „theoretisches Idealgewicht“ zu erreichen, sondern realistische und nachhaltige Fortschritte zu erzielen: Das NHLBI weist darauf hin, dass bereits eine Gewichtsabnahme von 5 bis 10 % die Gesundheit und Lebensqualität spürbar verbessern kann.
Im Klartext lautet die richtige Frage nicht nur „Wie viel sollte ich wiegen?“, sondern vielmehr: In welchem Gewichtsbereich kann ich gesund bleiben, leistungsfähig sein, mich erholen und – falls ich Sport treibe – die für meine Sportart erforderlichen Fähigkeiten optimal entfalten? 5
Wissenschaftliche Referenzen und Quellen
2 Behandlung von Übergewicht und Adipositas von National Institute for Health and Care Excellence (NICE)
3 Das Verhältnis von Taillenumfang zu Körpergröße als Indikator für ein „frühes Gesundheitsrisiko“: einfacher und aussagekräftiger als die Verwendung einer auf BMI und Taillenumfang basierenden „Matrix“ von Margaret Ashwell et al.
4 WHO-Leitlinien zu körperlicher Aktivität und sitzendem Lebensstil von Weltgesundheitsorganisation (WHO)
5 Übergewicht und Adipositas – Behandlung von Nationales Institut für Herz, Lunge und Blut (NHLBI)





